Ängste behandeln

Rund zwanzig Prozent der Bundesbürger leiden an einer „Angststörung“. Vor allem Ängste am Arbeitsplatz sind weit verbreitet. Doch niemand braucht sich mit seinem Schicksal abzufinden. Ängste behandeln - so klappt es!

Ängste können das Leben stark beeinträchtigen. Aber es gibt Hilfe!

Viele Menschen sind ständig nervös und unkonzentriert. Oft kommen Herzrasen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Magenschmerzen hinzu. Grund für diese Beschwerden: Ängste am Arbeitsplatz. Immer mehr Berufstätige sind betroffen. Ganz oben steht die Furcht vor der Kündigung. Trend ist, dass besonders jüngere Menschen diese Existenzangst haben. Denn die wirtschaftliche Lage ist heute so, dass niemand weiß, wo man in zwei Jahren ist. Weitere verbreitete Ängste: die Angst krank zu werden und sich durch Fehlzeiten unbeliebt zu machen, die Angst Fehler zu machen, die Angst offen die Meinung zu sagen.

Ein gewisses Maß an Angst ist wichtig und sogar lebensnotwendig. Sie wirkt wie ein Alarmsystem in unserem Körper, das bei Gefahr bereit macht zum Kampf oder zur Flucht. Werden die Ängste jedoch zum ständigen Begleiter, sind sehr stark und schränken das Leben ein, dann sind sie krankhaft und sollten behandelt werden. Das gilt vor allem dann, wenn der Betroffene schon bestimmte Situationen aus Angst meidet.

Woher die Ängste kommen, ist oft schwer zu ermitteln. Die Veranlagung spielt eine große Rolle. Gene allein können aber keine Angsterkrankung verursachen. Es kommen zum Beispiel Einflüsse der Erziehung oder traumatische Erlebnisse hinzu. Ständige Angst und Unruhe kann auch ein Hinweis für eine Schilddrüsenerkrankung sein. Daher sollten Betroffene als erstes immer ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser wird ein eventuelles Grundleiden beseitigen.

Die meisten Menschen, die Angst haben, glauben, dass bestimmte Situationen, Menschen oder Ereignisse ihre Angst verursachen. Sie sind der Meinung, keine Kontrolle über ihre Gefühle zu haben. Tatsächlich jedoch ist die Angst erlernt. Im Kopf läuft quasi ein falsches Programm ab. Und das kann man ändern!

Wie man die Ängste besser in den Griff bekommt – die besten Tipps:

  • Schreiben Sie in einem Tagebuch auf, wann und wovor Sie sich gefürchtet haben. Oft sieht man dann erst: So häufig ist es gar nicht. In der Erinnerung hat man übertrieben. Man sollte auch versuchen, mit Situationen, in denen man Angst hat, anders umzugehen. Flüchten Sie nicht, sondern sagen Sie sich: „Dieser Zustand ist zwar nicht angenehm, aber ich kann ihn aushalten.“ Das Gehirn muss sozusagen wieder lernen, dass trotz großer Angst nichts passiert und dass die Angst von allein wieder verschwindet, wenn man sie aushält. Das nennt man Verhaltenstherapie.
  • Bei Ängsten im Beruf: Man sollte viel Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben und sich ständig weiterbilden. So wird man selbstbewusster und hat in der Folge weniger Ängste zum Beispiel den Job zu verlieren. Haben Sie keine Angst vor Fehlern und Kritik. Verwenden Sie Ihre Energie darauf, es beim nächsten Mal besser zu machen.
  • Gelassenheit und Humor sind wichtig. Man sollte versuchen, alles etwas lockerer zu sehen. Die Arbeit ist zwar wichtig, aber das Leben besteht noch aus anderen Dingen. Suchen Sie sich Erfolgserlebnisse in anderen Lebensbereichen: zum Beispiel im Sport oder in der Familie. Sportliche Betätigung ist angstlösend. Empfehlenswert sind auch Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Wichtig ist, dass keine Aktivitäten gemieden werden – egal ob Kino, Auto oder Fahrstuhl fahren.
  • Medikamente wie Antidepressiva können bei großem Leidensdruck sinnvoll sein, um den Alltag zu meistern. Sie sollten aber nur nach Rücksprache mit dem Facharzt genommen werden. Es sollte immer auch eine begleitende Verhaltenstherapie stattfinden. Das bringt die besten Ergebnisse. Auf keinen Fall die Ängste mit Alkohol oder suchterzeugenden Beruhigungsmitteln „betäuben“!
  • Eine Psychotherapie kann hilfreich und notwendig sein. An vielen Universitätskliniken gibt es Angstambulanzen. Auch Gespräche mit Freunden, Verwandten und vor allem Gleichgesinnten können helfen. Andere Betroffene findet man am besten über eine Selbsthilfegruppe.

 

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