Depressionen bei älteren Frauen

Eine Studie zeigt: Fast jede fünfte Frau über 65 Jahre erkrankt innerhalb der nächsten 20 Jahre an einer Depression. Außerdem sind Depressionen im Alter meist sehr stark ausgeprägt. Werden sie nicht zügig behandelt, sind die Prognosen schlecht. Die US-amerikanischen Wissenschaftler hatten die seelische Gesundheit von 7300 Frauen analysiert.

Hunde können bei einer Depression Wunder wirken Ein Hund kann auch bei einer Depression helfen. Beim Gassigehen kommt man leicht ins Gespräch mit anderen Menschen.

Die häufigste Ursache für Depressionen bei älteren Frauen ist Einsamkeit. Sie haben ihren Lebenspartner verloren und stehen auf einmal allein da.

Das Problem: Nur 10 bis 20 Prozent aller Depressionen werden bei älteren Menschen überhaupt erkannt. Denn die betroffenen Frauen haben oft große Hemmschwellen, zum Psychiater zu gehen. Sie sind der Meinung, dass man Probleme mit sich selbst ausmachen muss. Sogar von Seiten der Ärzte wird die Krankheit oft bagatellisiert. Sie meinen, Depressionen gehören irgendwie zum Altern hinzu.

Oft werden auch die Symptome falsch gedeutet. Denn diese können bei Depressionen sehr vielschichtig sein. Die Frauen klagen zum Beispiel über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe oder Herz-Rhythmus-Störungen. Wenn sie wegen dieser körperlichen Beschwerden einen Arzt aufsuchen, findet der Arzt keine organische Ursache. Die Frau muss sich anhören „Sie haben nichts“ und im schlimmsten Fall wird sie als Hypochonderin abgestempelt. Dabei wäre eine Psychotherapie, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, eine große Hilfe. Zusätzlich stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die auch für ältere Menschen gut verträglich sind.

Eine Psychotherapie ist immer dann ratsam, wenn man

  • sich nicht mehr freuen kann
  • ständig niedergeschlagen und hoffnungslos ist
  • oft ohne Energie oder ruhelos ist
  • unter unerklärlichen körperlichen Beschwerden leidet und der Arzt keine Ursache dafür findet
  • schlecht schläft
  • keinen Appetit mehr hat
  • keinen Sinn mehr im Leben sieht

Die betroffenen Frauen können selbst einiges dafür tun, dass es ihnen besser geht: Wer unter Einsamkeit leidet, für den ist ein Haustier wunderbar. Man ist nicht mehr allein und ist gezwungen regelmäßig hinaus zu gehen. Beim Gassi gehen kommt man mit anderen Hundebesitzern leicht ins Gespräch. Ebenfalls gut: Sich überlegen, welche Hobbys und Interessen man früher einmal hatte. Wer früher sportlich war, könnte sich wieder einem Verein anschließen, wer gerne singt, einem Chor.

 

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