Was ist eine Binge-Eating-Störung?

Greifen auch Sie bei Langeweile oder in schwierigen Lebenssituationen gerne einmal zum Schokoriegel oder zu Kartoffelchips? Kein Wunder, sagt die Wissenschaft, denn Hunger entsteht im Gehirn und nicht im Bauch. Essen und Gefühle sind eng miteinander verbunden. Das Essen kann die Stimmung heben, die Stimmung ihrerseits den Appetit beeinflussen.

Obst gegen Esstörung Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Vor allem Obst ist wichtig.

Das ist nicht grundsätzlich schlecht, denn immerhin gehören zum Beispiel auch zum Feiern leckere Speisen dazu. Problematisch wird die Sache erst, wenn nur noch Essen als Lösung für seelische Schwierigkeiten gewählt wird. „Emotionaler Hunger“ nennen Experten dieses Phänomen. Die Betroffenen suchen ständig nach etwas Essbarem, egal ob sie wirklich Hunger haben oder nicht. Sie möchten damit Druck, Stress, Nervosität oder Angst abbauen. Übergewicht ist meistens die Folge.

Hat der Mensch völlig die Kontrolle über das Essverhalten verloren und leidet er unter periodischen Heißhungeranfällen, liegt eine Essstörung vor, auch Binge Eating oder Binge-Eating-Störung genannt. Die Therapie erfolgt im Idealfall mehrgleisig. In einigen Fällen kann auch vorübergehend eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus sinnvoll sein.

Die Behandlung der Binge-Eating-Störung

Ernährung umstellen. Die Ernährung sollte sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren: Täglich 5 Portionen Gemüse und Früchte in verschiedenen Farben, davon am besten 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Früchte. Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte sollten 3 mal am Tag verzehrt werden. Empfehlenswert sind ausserdem 3 Portionen Milch oder Milchprodukte täglich, sowie 1 Portion Fleisch, Geflügel oder Fisch. Süssigkeiten, gesüsste Getränke sowie salzige Knabbereien nur in geringen Mengen geniessen.

Innehalten. Fragen Sie sich jedes Mal, bevor Sie etwas essen wollen: Habe ich wirklich Hunger? Was fühle ich im Moment? Was außer Essen würde mir sonst noch gut tun? Diese Fragen, regelmässig gestellt, verändern den Zugang zur eigenen Gefühlswelt. Der Umgang mit schlechten Gefühlen wird sich verbessern, das „automatisierte Essen“ verschwindet.

Psychotherapie. In der Therapie werden eine Normalisierung des Essverhaltens und die Behandlung der zugrunde liegenden seelischen Konflikte (wie Selbstwertdefizite) angestrebt. Vorrangiges Ziel der Therapie ist nicht eine Gewichtsreduktion, sondern die Rückgewinnung der Kontrolle über das Essverhalten. Denn häufig treten Heisshungerattacken nicht aus heiterem Himmel, sondern in Situationen auf, in denen sich der Patient einsam oder traurig fühlt. Der Patient muss diese typischen Auslöser kennenlernen und andere Reaktionsmöglichkeiten entwickeln.

Selbsthilfegruppe. Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – viele Menschen mit Essstörungen haben sich, zum Teil neben oder nach einer therapeutischen Behandlung, zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Oft hilft es schon zu wissen, dass andere die gleichen Schwierigkeiten haben.

Bewegung. In der Regel haben Übergewichtige jede Freude an körperlicher Bewegung verloren. Daher gilt zunächst: Der Spass an Sport muss zurückgewonnen werden. Wählen Sie eine Sportart, die Sie wirklich mögen! Denn ohne Bewegung werden dauerhaft keine Kilos schwinden.

 

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