Fibromyalgie: 10-Punkte-Programm kann helfen

In Deutschland leiden rund zwei Millionen Menschen an Fibromyalgie. Tendenz steigend. Bei Fibromyalgie wandern scheinbar grundlose Schmerzen durch den Körper und lassen die Betroffenen weder bei Tag noch bei Nacht zur Ruhe kommen.Die richtige Diagnose setzt zunächst einen Ausschluss anderer Krankheiten voraus. Dann wird geprüft, wo man genau Schmerzen hat. Von 18 empfindlichen Körperstellen, so genannten Tender Points, müssen mindestens 11 positiv reagieren. Die Ursache dieser Erkrankung ist unbekannt. Auslöser können offenbar Depressionen/Ängste, Operationen, Verletzungen und Infektionskrankheiten sein.

Sport hilft bei Fibromyalgie Sport kann auch bei Fibromyalgie hilfreich sein. Denn zu viel Schonung führt zu Muskelabbau und einer Überbeanspruchung der verbliebenen Muskelgruppen. Dadurch entstehen noch mehr Schmerzen.

Fibromyalgie ist sehr belastend, weil die Patienten meist überall Schmerzen in den Muskeln haben. Oft werden nur Schmerzmedikamente genommen. Diese wirken aber nicht gut, denn der Körper ist überempfindlich geworden. Man kann nur helfen, indem man die Krankheit von verschiedenen Seiten behandelt.

Ein 10-Punkte-Programm kann helfen:

  1. Die Einstellung ändern. Steht die Diagnose Fibromylagie fest, sollte man nicht weiter von Arzt zu Arzt laufen und nach anderen Ursachen für die Beschwerden suchen. Denn wenn man sich über die Krankheit im Klaren ist, kann man leichter mit ihr umgehen und sie leichter bekämpfen.
  2. Entspannen lernen: Bei der Fibromyalgie kommt es zu einer erhöhten Muskelspannung. Entspannungsverfahren wie das Autogene Training lösen verkrampfte Muskeln. Im Alltag regelmäßig Pausen einlegen.
  3. Wärme zufügen: Schmerzhafte Muskeln entspannen in der Wärme. Ob Moor, Fango, Rotlicht, Baden oder Duschen – alles tut gut. Auch mit Massagen kann dem Körper wohlige Wärme zugefügt werden.
  4. Sport treiben: Zu viel Schonung führt zu Muskelabbau und einer Überbeanspruchung der verbliebenen Muskelgruppen. Dadurch entstehen noch mehr Schmerzen. Wer bisher wenig Sport getrieben hat, sollte mit raschen Spaziergängen beginnen. Legen Sie jeden zweiten Tag eine Minute zu – bis Sie täglich 30 Minuten gehen können.
  5. Besser schlafen: Gesunder Schlaf ist wichtig, damit sich der Körper regenerieren kann. Führen Sie regelmäßige Schlafzeiten ein. Möglichst immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen und aufstehen. Schlafrituale helfen, besser zur Ruhe zu kommen. Beispiel: Vor dem Einschlafen einen kleinen Abendspaziergang machen.
  6. Gesund ernähren: Magen-Darm-Probleme sind typisch bei Fibromyalgie. Ist der Darm nicht in Ordnung, sendet der Körper mehr Schmerzsignale Richtung Gehirn, wie Studien zeigen. Daher ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Salat und Vollkornprodukten wichtig. Fleisch, Fettes und Süßes reduzieren.
  7. Die Durchblutung fördern: Ist die Durchblutung gestört, bekommen die Muskeln zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Die Schmerzen verstärken sich. Daher gilt: Nicht rauchen! Und viel trinken! Am besten zwei bis drei Liter pro Tag. Dadurch wird das Blut verdünnt und fließt leichter durch die Kapillaren.
  8. Wassereinlagerungen beseitigen: Wassereinlagerungen in den Fingern, in der Brust oder im Unterleib entstehen, wenn die Lymphbahnen keine schädlichen Stoffe des Körpers abtransportieren können. Mit der Lymphdrainage werden die Wassereinlagerungen über die Lymphbahnen ausgestrichen.
  9. Kritisch mit Medikamenten sein: Rheuma- und Schmerzmittel bringen bei Fibromyalgie oft keine Linderung. Wirksamer sind Antidepressiva, die man in niedriger Dosis nehmen kann. Sie heben die Stimmung und fördern den Schlaf.
  10. Sich um die Psyche kümmern: Entdecken Sie neue Wege, sich selbst zu belohnen. Beispiel: Auf jede Anspannung eine Entspannung folgen lassen. Gespräche mit Leidensgenossen sind eine große Entlastung.

 

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