Gesunde Füße im Sommer – die 10 besten Tipps

Die Temperaturen steigen. Endlich ist sie da, die Zeit der schicken, offenen Schuhe. Doch nur gesunde Füße sehen schön aus. Mit unseren Tipps werden Ihre Füße schnell vorzeigbar.

Laufen Sie ab und zu barfuß im Sommer Barfuß laufen ist im Sommer gesund. Das stärkt die Fußmuskeln

So bekommen Sie schöne und gesunde Füße im Sommer:

1. Fußnägel kurz halten

Gesunde Füße brauchen gesunde Nägel. Ewa alle drei Wochen sollten sie geschnitten werden. Denn sind sie zu lang, stoßen sie im Schuh an und können Entzündungen verursachen. Zu kurz dürfen die Nägel aber auch nicht sein, sonst besteht die Gefahr, dass die Nägel einwachsen. Nägel schneidet man am besten mit einer Zange. Dabei den Nagel gerade abschneiden, die Ecken nur leicht anrunden. Störende Nagelhaut am besten mit etwas Nagelöl einmassieren und dann vorsichtig mit einem Nagelschieber zurückschicken. Anschließend können die Nägel lackiert werden.

2. Bequeme Schuhe tragen

Highheels können sehr hübsch aussehen, sollten aber keinesfalls zu häufig getragen werden. Dr. Jürgen Walpert, Fußexperte und Orthopäde der Klinik Fleetinsel Hamburg: „Das gesamte Körpergewicht, das normalerweise von der Ferse abgefangen wird, verlagert sich bei High Heels auf den Vorfuß. Die ersten Mittelfußknochen und die großen Zehen müssen dann die Hauptlast tragen, der Vorfuß spreizt sich und das kann später zu einem Ballenzeh (Hallux valgus) führen.“ Das Wichtigste in puncto Schuhe: Sie müssen passen, dürfen nicht zu klein und nicht zu groß sein. Die Ferse soll fest gehalten werden und die Zehen brauchen Bewegungsraum. Am besten ist es, möglichst häufig Schuhart und Absatzhöhe zu wechseln. Zum Beispiel morgens in flachen Schuhe zur Arbeit gehen, mittags auf einen kleinen Absatz umsteigen und abends gegebenenfalls zum Ausgehen auch mal Highheels tragen. Flip-Flops sollten übrigens nicht zu oft getragen werden. „Der Fuß findet darin keinen Halt“, sagt Dr. Walpert. „Beim Abrollen müssen sich die Zehen festkrallen. Dies kann langfristig einen Spreiz- oder  Plattfuß verursachen.“

3. Hornhaut richtig entfernen

Hornhaut bildet sich vor allem an Stellen, auf die starker Druck ausgeübt wird. Eigentlich ist die verdickte also eine Art Schutz für die Füße. Als erste Maßnahme empfiehlt sich: Prüfen, ob die Hornhaut vielleicht aufgrund falsch sitzender Schuhe entstanden ist und gegebenenfalls diese Schuhe ausrangieren. Oft wird die Hornhaut als störend empfunden. Tatsächlich kann sie einreißen und Schmerzen verursachen. Leichte Hornhaut kriegt man mit einer Peelingcreme wieder in den Griff. Ist die Hornschicht dicker, kann ein Bimsstein oder eine Hornhautfeile helfen: Ein warmes Fußbad macht die Haut weich und bereitet sie auf die Behandlung vor. Dann die verhornten Schichten vorsichtig abrubbeln. Niemals die Hornhaut mit der Schere wegschneiden.

4. Oft barfuß laufen

Mal raus aus den Schuhen und frische Luft schnappen – das ist das gesündeste Training für die Füße. „Das stärkt die Fußmuskulatur, Gelenke, Sehnen und Bänder und trainiert das natürliche Abrollen des Fußes. So können Fußfehlstellungen vorgebeugt werden“, erläutert Dr. Walpert. Die Psyche profitiert ebenfalls: In der Fußsohle enden über 70 000 Nervenbahnen, die direkt mit dem Gehirn verbunden sind. Berühren die Fußsohlen den Boden, werden Nervenzellen aktiviert und im Gehirn die Produktion von Glückshormonen angeregt. Am besten nach Feierabend barfuß in der Wohnung oder im Garten herumlaufen.

5. Hühneraugen vorbeugen

Hühneraugen entstehen, wenn Schuhe immer an der gleichen Stelle drücken oder scheuern. Meistens ist der kleine Zeh betroffen. Durch den ständigen Druck bildet sich am Fuß zunächst eine Schwiele. Die obersten Hautschichten verdicken sich und verhornen. Sie bilden somit ein Schutzpolster gegen die dauerhafte Belastung. Mit der Zeit wächst die Verhornung in tiefere Hautschichten. Oft werden Nerven berührt, Schmerzen entstehen. Hühneraugenpflaster können schnell Linderung bringen. Bei größeren Hühneraugen empfiehlt sich der Gang zum Podologen. Damit die Hühneraugen nicht wieder kommen, sollte man unbedingt auf bequeme Schuhe achten.

6. Fußgymnastik machen

Vor allem nach einem Tag auf High Heels empfiehlt sich etwas Fußgymnastik. „Regelmäßiges Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen führt dazu, dass sich Teile der Muskulatur in Fuß und Wade zurückbilden, die Achillessehne verkürzt sich“, erklärt Fuß-Experte Dr. Walpert. Mit gezielter Gymnastik wird die Muskulatur gekräftigt, Verspannungen lockern sich. Gute Übungen: Spreizen Sie die Zehen für einige Sekunden auseinander – soweit Sie können. Ziehen Sie die Zehen anschließend so kräftig wie möglich zusammen. Oder versuchen Sie, mit den Zehen kleine Gegenstände vom Boden aufzuheben (z.B. ein Tuch).

7. Fußbäder entspannen die Muskulatur

Geschwollene, verkrampfte Füße – wer den ganzen Tag steht, kennt das Problem zur Genüge. Nach einem langen Arbeitstag kann ein Fußbad daher wahre Wunder wirken. Die Fußmuskeln freuen sich über ein entspannendes Fußbad. Je nach Duftstoff  wirkt das Fußbad erfrischend und belebend oder gar beruhigend.  Bei der Auswahl des Duftstoffes am besten der eigenen Nase vertrauen: Was Sie selbst als gut riechend empfinden, bekommt Ihnen in der Regel auch. Optimal ist eine Wassertemperatur von 35°C. Dann zum Beispiel einige Tropfen Lavendelöl hinzugeben und die Füße etwa zehn Minuten darin baden.

8. Füße gut abtrocknen

Während man den Rücken nach dem Duschen schön trocken rubbelt, werden die Füße oft weniger beachtet. Doch im feuchtwarmen Milieu kann sich besonders in den Zehenzwischenräumen leicht Fußpilz bilden. Daher sollte man sich nach jedem Waschen bewusst die Zeit nehmen, um auch die Füße sorgfältig abzutrocknen – vor allem eben auch die Zehenzwischenräume.

9. Füße eincremen

Die Haut an den Füßen braucht besonders viel Pflege. Denn sie ist dicker und trockener als am übrigen Körper. Damit keine rissigen Stellen an den Füßen entstehen und im schlimmsten Fall Bakterien eindringen, benötigt die Haut sehr viel Feuchtigkeit. Es genügt eine feuchtigkeitsspendende Körpercreme, die dicker aufgetragen werden kann. Es gibt auch spezielle Fußcremes, zum Beispiel mit Urea. Sie sorgen dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt.

10. Schweißfüße vermeiden

Lederschuhe und Korksohlen lassen die Füße atmen. Wenn es kühler ist, am besten Baumwollsocken anziehen. Schuhe aus Plastik führen fast zwangsläufig zu Schweißfüßen. Denn Plastik kann, im Gegensatz zu Leder, keine Feuchtigkeit aufnehmen. Die Gefahr erhöht sich, dass Fußpilz entsteht. Denn Fußpilzerreger lieben ein feucht-warmes Klima. Weiterer Tipp: Da die Feuchtigkeit auch in den Schuhen sitzt, müssen die Schuhe immer gut auslüften. Das bedeutet: Dasselbe Paar nicht länger als zwei Tage hintereinander tragen. Zum Auslüften der Schuhe am besten einen Schuhspanner benutzen – so bleibt auch die Schuhform erhalten.

 

Hintergrund:

Wunderwerk Fuß

Der menschliche Fuß ist sehr komplex aufgebaut, da er das komplette Körpergewicht tragen und einen aufrechten Gang ermöglichen muss. Der Fuß ist aus 26 verschiedenen Knochen zusammengesetzt. Alle 26 Knochen sind durch Gelenke mit den jeweils benachbarten Knochen beweglich verbunden. Pro Tag macht jeder Fuß im Durchschnitt 15 000 Schritte.

 

Die häufigsten Fuß-Verformungen

Hallux valgus. Auch „Ballenzeh“ nennen Mediziner die Deformation, bei der sich der große Zeh nach außen schiebt und ein sichtbar herausragender Ballen entsteht. Der große Zeh kann in Extremfällen fast quer über den anderen Zehen liegen.

Schneiderballen. Ähnlich wie an der Großzehe, kann auch der mittlere Zeh zu weit abgespreizt sein. Es bildet sich eine schmerzhafte Schwiele am „Köpfchen“ des Zehs, die im Schuh stark drücken kann.

Hammerzeh. Eine oder mehrere kleine Zehen können stark verkrümmt sein. Das Mittelgelenk steht nach oben. Es kann sich darauf ein Hühnerauge bilden, wenn der Schuh daran reibt. Das Endglied zeigt steil nach unten und bohrt sich in die Schuhsohle. Schwielen und Druckstellen entstehen.

 

4 Kommentare zu Gesunde Füße im Sommer – die 10 besten Tipps

  1. Danke für den Beitrag.

    Ich leide seit einigen Monaten an starken Schmerzen am rechten Fuß. Ich habe schon verschiedene Arten von Schuhen ausprobiert. Meine Mutter hat mir empfohlen, ein Sanitätshaus aufzusuchen.

    LG
    Nadine

  2. Da ich in meinem Beruf viel laufen muss, habe ich mittlerweile große Schmerzen. Zugegeben, ich habe auch nicht die geeignetsten Schuhe. Ihr Tipp mit dem Entspannen der Füße durch ein Fußbad, klingt sehr verlockend. Zusätzlich sollte ich Ihrer Empfehlung nachgehen und Fußcreme aus einem Sanitätshaus besorgen oder dergleichem.

    • Gabriele Hellwig // 22. Mai 2018 um 8:09 // Antworten

      Vielen Dank für den Kommentar! Ja, gut sitzende bequeme Schuhe wären in Ihrem Fall wahrscheinlich wirklich empfehlenswert. Ja, ein Fußbad ist sehr entspannend, habe ich selbst auch schon angewendet. Dann hoffe ich, dass es Ihnen bald wieder besser geht!

  3. Meine Mutter trägt seit ein paar Monaten orthopädische Schuhe. Sie hat wahrscheinlich auch zu oft High Heels getragen. Gut zu wissen, dass Flip-Flops auf Dauer auch nicht gut sind. Dann werde ich die in Zukunft seltener tragen.

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