Gesunde Netzhaut – vor allem Kurzsichtige sollten vorbeugen

Viele Brillenträger vergessen: Wer stark kurzsichtig ist, sollte regelmäßig seine Netzhaut untersuchen lassen. Denn gerade bei ihnen sind so genannte Netzhaut-Degenerationen, also Risse und Löcher in der Netzhaut, relativ häufig. Es gilt: Je stärker kurzsichtig man ist, desto höher ist das Risiko für solche Risse in der Netzhaut. 

Am häufigsten sind Kurzsichtige betroffen

Kurzsichtigkeit wird dadurch verursacht, dass der Augapfel zu lang ist. Der Nachteil ist, dass die Netzhaut gedehnt wird und leichter einreißen kann.

Aber auch nach einer Augenverletzung (zum Beispiel Ballwurf) ist das Risiko einer Netzhautablösung stark erhöht. Diese muss nicht direkt nach dem Unfall auftreten, sondern stellt sich manchmal erst viele Jahre später ein.

Mögliche Beschwerden bei einer entstehenden Netzhautdegeneration: Blitze, die man auch bei geschlossenen Augen wahrnimmt, zunehmende „Flusen“ oder „fliegende Mücken“, die vor dem Auge schwimmen. Ein sogenannter Rußregen, das heißt zunehmende sich bewegende schwarze Punkte im Gesichtsfeld, ist ein weiteres Zeichen. Oft bemerkt man aber auch anfangs gar keine Symptome.

Wichtig: Wer kurzsichtig ist, sollte einmal pro Jahr die Netzhaut beim Augenarzt untersuchen lassen. Empfehlenswert ist dies auf jeden Fall ab einer Stärke von Minus 5 Dioptrien. Für die Untersuchung des Augenhintergrundes wird die Pupille mit Augentropfen vergrößert. Oft setzt der Augenarzt ein sogenanntes Kontaktglas auf. Damit kann er die gesamte Netzhaut deutlich und vergrößert sehen.

Risse und Löcher in der Netzhaut können heute sehr gut behandelt werden – meist mit dem Laser. Bei dieser Behandlung wird das erkrankte Gebiet mit Laserherden umstellt beziehungsweise „zugetackert“. Es bildet sich nach wenigen Tagen eine Narbe, die die Netzhaut mit ihrer Unterlage fest verbindet. Der Eingriff erfolgt ambulant. Nur das Auge wird betäubt. Die Erfolgsquote liegt bei nahezu 100 Prozent.

Problematisch kann es werden, wenn die Risse und Löcher zu spät entdeckt werden. Dann kann es zu einer Netzhautablösung kommen. Zwar kann durch eine Operation die Netzhaut wieder angelegt werden und in den allermeisten Fällen ist dies erfolgreich. Aber bei einer Netzhautablösung besteht grundsätzlich die Gefahr der Erblindung. Umso wichtiger sind die jährlichen Kontrollen! Denn dann kann dies in der Regel verhindert werden.

 

Extra Information zur Netzhaut

Die Netzhaut ist ein extrem dünnes Häutchen – kein Wunder, dass sie auch mal einreißen kann. Die Netzhaut ist die lichtempfindliche Schicht des Auges. Mehr als 130 Millionen Zellen sorgen dafür, dass wir sehen können. Vergleichbar einem Film im Fotoapparat nimmt die Netzhaut das Licht und damit die Bilder der Umwelt auf und verarbeitet sie so, dass sie als Nervenimpulse über den Sehnerv bis in das Gehirn weitergeleitet werden können. Erst im Gehirn kommt das Bild in unser Bewusstsein. Das heißt: Mit dem Gehirn nehmen wir das Gesehene wahr.

 

1 Kommentar zu Gesunde Netzhaut – vor allem Kurzsichtige sollten vorbeugen

  1. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Es ist schön hiervon zu lesen. Das ist mal eine sehr gute Anwendung für den Augenlaser, der vielen Menschen hilft.

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