Die besten Tipps für ein gesundes Kind

Ob Übergewicht oder Diabetes – immer mehr Kinder sind krank. Sie ernähren sich falsch und bewegen sich zu wenig. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Zu wenig junge Menschen in Deutschland machen regelmäßig Sport. Mehr junge Menschen sollten Sport treiben, um Krankheiten vorzubeugen.

Kinderärzte schlagen Alarm: Rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig. Crica sechs Prozent sind sogar stark übergewichtig. Gleichzeitig nehmen die körperlichen Aktivitäten der jungen Menschen dramatisch ab. Folge: Es wächst eine Generation mit riesigen Gesundheitsproblemen heran – eine tickende Zeitbombe. Denn aus kranken Kindern werden mit großer Wahrscheinlichkeit kranke Erwachsene. Übergewicht kann langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schäden an den Gelenken und der Wirbelsäule führen.

Erschreckend: Schon Kinder leiden unter so genannten „Erwachsenenkrankheiten“ wie Diabetes. Tendenz: steigend. Auf Diabetes trifft es auf jeden Fall zu, dass immer mehr Kinder betroffen sind. Zwar gibt es für Diabetes Typ 2 – auch Altersdiabetes genannt – keine genauen Zahlen darüber, wie viele Kinder betroffen sind. Aber: Es ist bekannt, dass immer mehr Kinder übergewichtig sind, und Typ-2 Diabetes wird ja durch Übergewicht verursacht.

Schuld“ sind vor allem die ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung der Kinder. Viele Kinder essen zu viel Fertiggerichte und zu häufig Fastfood. Außerdem sitzen die Kinder nach der Schule oft stundenlang vor dem Fernseher und Computer.

Eine Untersuchung zeigte, dass Kinder immer mehr zu unbeweglichen Stubenhockern werden. Noch nie hat es so viele motorisch auffällige Schüler gegeben wie heute. Auch eine andere Studie mit 800 000 Schülern bestätigt: Die Fitness der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist seit 2001 deutlich zurückgegangen. Die Kluft zwischen den Kindern und Jugendlichen, die fit sind, und ihren unsportlichen Altersgenossen wird immer größer. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren kann nicht schwimmen. Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen haben Haltungsschäden.

Schlechte Nachrichten auch in puncto Kopfschmerzen und Migräne: Es gibt Hinweise darauf, dass Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen haben. Schon im Vorschulalter klagen annähernd 20 Prozent der Kinder über gelegentliche Kopfschmerzen, am Ende der Grundschulzeit haben weit mehr als die Hälfte aller Kinder Kopfschmerzerfahrungen, wie Studien zeigen. Möglicher Grund für diese Entwicklung: Viele Eltern müssen Beruf und Familie unter einen Hut bekommen. Dadurch kann Stress in der Familie entstehen.

Die Zahl der Allergien ist ebenfalls bei Kindern stark gestiegen. Eine Studie am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster ergab: In den vergangenen Jahren ist der Anteil von Kindern mit Asthma um 33 Prozent und der Anteil der Kinder mit Heuschnupfen um 29 Prozent gestiegen. Es gibt viele Ursachen für diese Entwicklung: ein geschwächtes Immunsystem, Schadstoffbelastungen, Stress sowie neu entwickelte Stoffe oder neu eingeführte Nahrungsmittel. Außerdem trägt eine verbesserte Diagnostik zur vermehrten Feststellung von Allergien bei.

Auch Hautprobleme haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Gerade im Säuglings- und Kindesalter, wenn die physiologische Hautbarriere noch nicht vollständig entwickelt ist, steigt durch die zunehmende Umweltbelastung das Risiko, dass Hautirritationen auftreten und bei Nichtbehandlung chronisch werden.

Was tun? Als erstes: Nicht verzweifeln! Denn fast alle Krankheiten lassen sich beeinflussen! So haben Eltern die Gesundheit ihres Kindes zu einem großen Teil selbst in der Hand! Hier die besten Tipps:

Gesunde Ernährung

Die Nahrung der Kinder sollte abwechslungsreich sein. Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine und gehören täglich auf den Speiseplan. Am besten öfter mal Fingerfood (klein geschnittenes Gemüse) anbieten. Oder auf dem Teller mit Kartoffeln und Gemüse ein lustiges Clown-Gesicht zaubern. Übrigens: Nach einem gesunden Frühstück können sich die Kinder in der Schule besser konzentrieren, wie Studien zeigen. Extra-Tipp: Fast alle Krankenkassen bieten eine Ernährungsberatung an. Eltern können dort jederzeit nachfragen.

Süßigkeiten nur selten

Kinder sollten Süßigkeiten nur in kleinen Mengen bekommen. Wer ständig an den Vorratsschrank darf, um Schokoriegel zu holen, wird schnell ein unkontrolliertes Essverhalten entwickeln.

Gemeinsame Mahlzeiten – aber ohne Streit

Zumindest eine Mahlzeit pro Tag sollte gemeinsam eingenommen werden. Wichtig: Eine angenehme Atmosphäre während des Essens. Denn Streit verdirbt den Appetit und das Kind wird kaum Lust haben, mal hier und da etwas Gesundes zu probieren.

Keine übertriebene Hygiene

Natürlich: Kinder müssen regelmäßig gewaschen werden und die Wohnung sollte auch nicht im Dreck versinken. Dennoch: Mittlerweile weiß man, dass eine übertriebene Hygiene den Kindern schadet. Die Haut verliert ihre Schutzschicht und das Immunsystem wird geschwächt. Also besser das Kind nicht täglich duschen oder baden. Ein- bis zweimal pro Woche reicht völlig aus. Besonders zu empfehlen sind spezielle Pflegeprodukte für die sensible Kinderhaut.

Geregelte Tagesabläufe

Kinder brauchen Routine für ihr seelisches Wohlbefinden. Sich wiederholende Rituale vermitteln den Kindern Sicherheit und Beständigkeit. Beispiel: Immer abends vor dem Einschlafen dem Kind etwas vorlesen.

Aufmerksam zuhören

Studien zeigen eindrucksvoll: Gesprächsbereitschaft in der Familie fördert ein gesundheitsbewusstes und selbstbewusstes Verhalten. Klare Verhaltensregeln in der Familie und Belohnungen für positives Verhalten im Alter von zehn Jahren gehen im späteren Leben mit einem geringeren Risiko für Alkoholmissbrauch einher. Daher gilt: Dem Kind regelmäßig Aufmerksamkeit widmen. Wichtig: Es geht nicht darum, stundenlang zu spielen. Das schafft keiner. Es reicht, wenn man sich jeden Tag eine Stunde vornimmt, in der man gezielt etwas zusammen macht. Zum Beispiel gemeinsam Memory oder mit Autos spielen.

Gemeinsam bewegen

Körperliche Bewegung ist enorm wichtig für die Gesundheit. Viele Kinder interessieren sich für eine Sportart besonders stark und sind daher im Sportverein gut aufgehoben. Das Kind freut sich aber auch, wenn es gemeinsam mit Mama oder Papa herumtoben darf, schwimmen geht oder um die Wette läuft.

Soziale Kontakte aufbauen

Eltern sollten mit ihren Kindern die Wohngegend erkunden und sich mit den Menschen bekannt machen. Wer viele seiner Nachbarn kennt, erlebt ein höheres Maß an Lebensqualität. Kinder freuen sich, wenn sie ermuntert werden, selbstständig soziale Kontakte zu pflegen.

Lob ist wichtig

Kinder sollten für positives und erwünschtes Verhalten gelobt werden – auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist. Das motiviert sie, sich auch weiterhin so zu verhalten. Pädagogen empfehlen, den Kindern je nach Alter kleinere Aufgaben zu übertragen. Ein Belohnungssystem kann zur Motivation eingesetzt werden.

Sinnvoller Medienkonsum

Kinder sollten davor geschützt werden, Medienkonsum als Flucht vor dem Alltag einzusetzen. Die Zeit, die das Kind vor dem Fernsehen oder dem PC verbringen darf, sollte daher begrenzt werden. Im Idealfall wählen Eltern gemeinsam mit ihrem Kind Fernsehsendungen und Computerspiele aus. Fernseh- oder Computerverbot sollte möglichst nicht als Strafe eingesetzt werden, weil diese Medien damit für die Kinder noch wichtiger werden.

Nicht rauchen

Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild sein, selbst nicht rauchen und die Wohnung zur rauchfreien Zone erklären. Schon Kindern kann man den Zusammenhang zwischen Nichtrauchen und Gesundheit vermitteln.

Interesse zeigen an der Schule

Forschungsergebnisse aus den USA zeigen: Schüler haben umso mehr Erfolg, je mehr die Eltern in das Schulleben eingebunden sind und je mehr sie sich um das schulische Lernen ihrer Kinder kümmern. Eltern sollten daher am Schulalltag ihrer Kinder teilnehmen und nachfragen, was gerade gelernt werden muss. Wichtig ist auch der regelmäßige Besuch von Elternabenden.

Regelmäßige Entspannungsphasen

Besonders in dieser hektischen Zeit sind Pausen enorm wichtig. Ob man gemeinsam mit dem Kind kuschelt, ein Buch anschaut oder sogar Entspannungsübungen macht – Hauptsache man kann mal die Seele baumeln lassen.

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