Herzstillstand – Was ist zu tun?

Elektroschock, Beatmungsgerät, Mund-zu-Mund-Beatmung – im Fernsehen hat man alles schon gesehen. Tatsächlich gibt es bei einem Herzstillstand verschiedene Möglichkeiten.

Bei einem Herzstillstand erste Hilfe zu leisten ist sehr wichtig, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten.

Typische Symptome bei einem Herzstillstand: Der Betroffene ringt nach Luft, wird blau und fällt schließlich um. In den seltensten Fällen hört das Herz ganz auf zu schlagen. Meistens flimmert es noch. Ein Herzschlag und Puls sind nicht fühlbar. Ob ein Puls vorhanden ist, lässt sich am besten an der Halsschlagader überprüfen. Wenn das Herz flimmert, ist in den meisten Fällen ein Herzinfarkt die Ursache, der durch ein plötzlich verschlossenes Herzkranzgefäß hervorgerufen wird.

Schnelle Hilfe ist bei einem Herzstillstand sehr wichtig. Wird kein Blut durch den Körper gepumpt, kann das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Schon nach zwei bis drei Minuten treten irreparable Schäden im Gehirn auf. Daher sollten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen werden.

Was der Ersthelfer vor Ort machen kann:

Es sollte sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden – jede Sekunde zählt. Dann muss der Notarzt über 112 gerufen werden, damit dieser sich auf den Weg zur Unfallstelle machen kann. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte der Helfer die Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung fortführen – und zwar ohne Unterbrechung. Auf circa 30 Kompressionen folgen hierbei zwei Beatmungen. Wer unsicher ist, sollte sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren.

Wichtig: Die Thoraxkompressionen müssen schnell durchgeführt werden. Mindestens 100 Mal pro Minute. Das ist mehr als einmal pro Sekunde. Wichtig ist auch, tief genug zu drücken. Fünf Zentimeter gelten als Empfehlung. Sonst gelangt nicht ausreichend Blut ins Gehirn.

In vielen Einkaufszentren sind Elektroschockgeräte für Ersthelfer verfügbar. Moderne Geräte geben dem Ersthelfer genaue Anweisungen, was zu tun ist. Die Elektroden werden von dem Helfer rechts und links an den Brustkorb auf die Haut gepresst. Anschließend wird ein Elektroschock ausgelöst, der in den meisten Fällen zu einem regelmäßigen Herzrhythmus führt. Ist dies nicht der Fall, kann die Prozedur wiederholt werden. Für die Anwendung des Elektroschocks kann man die Kompressionen kurz unterbrechen.

Was im Rettungswagen passiert:

Wurde bis dahin kein Elektroschock durchgeführt, wird dieser jetzt vom Notarzt vorgenommen. Gleichzeitig wird dem Patienten ein venöser Zugang gelegt, damit er Infusionen erhalten kann. Muss der Patient beatmet werden, erhält er als Infusionen Medikamente zur Narkose, Muskelentspannung und Schmerzbekämpfung.

Was in der Klinik gemacht wird:

Der Patient wird sofort ins Herzkatheterlabor gebracht. Es wird durch die Leiste oder das Handgelenk ein Katheter bis zum Herzen vorgeschoben und ein Kontrastmittel zur Darstellung der Herzkranzgefäße gespritzt. Der Arzt erkennt dadurch, an welcher Stelle ein Gefäß verschlossen ist. Nun wird über einen weichen Draht ein Ballonkatheter mit Stent zur Engstelle eingeführt. Damit wird das Gefäß wieder geöffnet, das Blut kann wieder fließen.

Extra-Information

So funktioniert das Herz

Es schlägt 60 bis 80 Mal in der Minute, 100 000 Mal am Tag und erhält mit unermüdlicher Ausdauer unser Leben. Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan. Es hat die Aufgabe, durch wechselndes Zusammenziehen und Erschlaffen den Blutstrom in den Gefäßen in Bewegung zu halten. Dadurch werden den Organen Sauerstoff und wichtige Nährstoffe zugeführt. Taktgeber des Herzens sind spezialisierte Herzmuskelzellen. Sie geben den Herzrhythmus an und leiten die Erregung des Herzens weiter.

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