Hörsturz – direkte Injektionen ins Mittelohr helfen

Ein Hörsturz kommt plötzlich. Stimmen und Geräusche werden nur noch verzerrt wahrgenommen, im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Zusätzlich kann es zu einem Druckgefühl im Ohr und Schwindelanfällen kommen. Ein Hörsturz kann das Leben extrem einschränken. Und ist nicht ungefährlich. Denn wird der Hörsturz nicht schnellstens behandelt, kann Tinnitus entstehen, ein ständiges Rauschen oder Pfeifen.

Ein gesunder Lebensstil ist die beste Möglichkeit, einem Hörsturz vorzubeugen. Einem Hörsturz kann man unter anderem durch gesunde Ernährung vorbeugen.

Die wahrscheinlichste Ursache für den Hörsturz: Die Blutgefäße des Innenohrs werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Die signalverarbeitenden Haarzellen bekommen dadurch nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe. So können die Hörzellen die empfangenen Töne nicht mehr richtig verarbeiten. In der Regel ist nur ein Ohr betroffen.

Ein Hörsturz gilt medizinisch nicht als Notfall, sondern als „Eilfall“. Das bedeutet: Man sollte baldmöglichst einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, am Wochenende den HNO-Bereitschaftsdienst oder eine HNO-Klinik. Denn je früher der Hörsturz erkannt und somit behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wird die Behandlung bereits in der ersten Woche begonnen, kehrt das Hörvermögen in mehr als 80 Prozent vollkommen zurück, wie Untersuchungen zeigen. Der Arzt kann das Ausmaß der Hörverschlechterung mit einer Ohrenuntersuchung und einigen Hörtests schnell ermitteln. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden bei einem Hörsturz. Welche am besten wirkt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Fest steht: Alle haben das Ziel, die Hörzellen schnellstmöglich wieder mit ausreichend Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Injektionen ins Mittelohr

Dies ist die neueste Therapie bei einem Hörsturz. Dabei verabreicht der Arzt ein Kortisonpräparat mit einer Spritze direkt ins Ohr. Dafür muss er nach einer örtlichen Betäubung mit einer feinen Nadel durch das Trommelfell pieksen. So gelangt der Wirkstoff in höherer Konzentration ins Mittelohr und damit auch ins Innenohr. Die Injektionen erfolgen alle zwei Tage – insgesamt etwa drei- bis zehnmal.

Tabletten

Es werden entzündungshemmende Mittel als Tablette verschrieben. Meistens werden dabei Kortisonpräparate angewendet. Die Arzneien sollen die Entzündung und damit die Schwellung im Hörorgan beseitigen. Die Behandlung dauert ein bis zwei Wochen.

Infusionen

Über einen Zeitraum von etwa einer Woche bekommt der Patient einmal täglich blutverflüssigende Plasmaersatzstoffe in die Vene geleitet. Zusätzlich wird häufig ein Medikament verabreicht, das die Blutgefäße erweitert. Dadurch wird das Blut verdünnt und die Durchblutung im Innenohr verbessert.

Extra-Information

So bleiben Ihre Ohren fit

Tragen Sie immer einen Hörschutz, wenn Ihre Ohren Lärm ausgesetzt sind – egal ob es sich um ein lautes Konzert, die Bohrmaschine oder einen Rasenmäher handelt.

Gönnen Sie Ihren Ohren genug Ruhepausen.

Ernähren Sie sich gesund. Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. So bleiben Ihre Blutgefäße fit. Fett reduzieren.

Trinken Sie genug. Mindestens zwei Liter täglich. So kann das Blut besser fließen und auch die kleinen Ohrgefäße besser versorgen.

Vermeiden Sie Nikotin. Denn Nikotin verengt die Blutgefäße und kann sie schließlich ganz verstopfen. Betroffen sind zuerst die ganz feinen Blutgefäße im Ohr.

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