Kopfschmerzen sind im Alter anders

Nicht nur jüngere Menschen haben Kopfschmerzen. Im Gegenteil: Ab dem 65. Lebensjahr klagen über 50 Prozent der Frauen und Männer über Kopfschmerzen. Und die Zahl der Betroffenen steigt. Als Folge der demografischen Entwicklung werden 2037 rund 45 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein. Bis 2050 wird sich der Anteil der über 80-Jährigen verdreifachen.

Kopfschmerzen müssen im Alter anders behandelt werden Kopfschmerzen verändern sich mit dem Alter

Kopfschmerzen bei älteren Menschen äußern sich oft anders als bei jungen Menschen und haben häufig andere Ursachen.

Grundsätzlich unterscheiden Neurologen zwischen primären und sekundären Kopfschmerzsyndromen. Primär bedeutet, dass die Kopfschmerzen als eigenständige Krankheit auftreten. Sekundär, dass eine andere Krankheit zugrunde liegt, die als Begleiterscheinung Kopfschmerzen verursacht.

Zu den primären Kopfschmerzen zählen vor allem Migräne, Spannungskopfschmerzen sowie Cluster-Kopfschmerzen. Treten Kopfschmerzen erstmalig nach dem 64. Lebensjahr

auf, handelt es sich meist um einen Spannungskopfschmerz (80,6 Prozent) oder

symptomatischen Kopfschmerz (15,3 Prozent) und nur selten um eine Migräne (4,2 Prozent). Meist sind diese primären Kopfschmerzen dann weniger stark ausgeprägt als bei jüngeren Menschen.

Ältere Patienten bekommen bei primären Kopfschmerzen in der Regel dieselben Kopfschmerzmedikamente wie auch jüngeren Patienten verschrieben. Allerdings muss bei ihnen vor dem Verschreiben darauf geachtet werden, dass zum Beispiel Leber- und Nierenwerte normal sind, denn nur dann sind diese Kopfschmerzmedikamente auch für den älteren Menschen gut verträglich. Dies liegt daran, dass mit zunehmendem Alter Muskelmasse, der Wassergehalt des Körpers sowie Leber- und Nierenfunktion abnehmen. Wichtig ist auch eine genaue Befragung vor der Auswahl der Kopfschmerzmedikamente, denn ältere Menschen nehmen oft aufgrund anderer Erkrankungen bereits mehrere Medikamente am Tag ein. Gegebenenfalls könnte es dann mit dem neuen Kopfschmerzmittel zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Nicht selten können aber auch andere Medikamente Kopfschmerzen auslösen.

Sehr viel häufiger als unter primären leiden ältere Menschen unter sekundären Kopfschmerzen als Folge einer möglicherweise gefährlichen Grunderkrankung, die meist erst im höheren Lebensalter auftritt. So können auch Krankheiten wie Bluthochdruck zu Kopfschmerzen führen: Bluthochdruck ist in der Bevölkerung bei etwa 50 Prozent der über 50-Jahrigen zu finden. Kopfschmerzen gehören zu den Kernsymptomen einer Blutdruckentgleisung. Kopfschmerzen können aber auch auf eine Entzündung der Schläfenarterie oder gar eine Tumorerkrankung hindeuten. Ursache für sehr starke Schmerzen im Gesicht ist häufig eine so genannte Trigeminusneuralgie. Diese entsteht, wenn der Trigeminusnerv durch Kontakt mit pulsierenden Blutgefäßen im Schädel gereizt wird. Bereits einfache Berührungen im Gesicht, Sprechen, Essen oder Zähneputzen verursachen dann stärkste sekundenlang einschießende Schmerzen.

Der Arzt wird den Patienten genau untersuchen und befragen, um die Ursache dieser sekundären Kopfschmerzen zu finden. Dann gilt es, die Grunderkrankung zu behandeln. Vorübergehend kann der Arzt auch hier zusätzlich Schmerzmittel gegen die Kopfschmerzen verordnen, wobei sie meist mit Therapie der zugrundliegenden Erkrankung schon besser werden.

Wichtig: Treten Kopfschmerzen plötzlich und erstmalig auf, sollte man schnellstens zum Arzt gehen. Bei chronischen Kopfschmerzen bleibt dem Patienten mehr Zeit.

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