Krankhaft verdicktes Herz – was tun?

Mindestens ein Viertel der Bevölkerung leidet unter einer Hypertrophie des Herzens. Das Herz ist hierbei krankhaft verdickt. Die normale Wanddicke der Herzkammer beträgt etwa 10 mm. Bei einer Verdickung des Herzmuskels steigt dieser Wert je nach Ausprägung an – manchmal bis über 20 mm. 

Am Blutdruckmesser sind die Werte sofort ablesbar. Um rechtzeitig vorbeugen zu können, sollte der Blutdruck regelmäßig gemessen werden.

Eine Verdickung des Herzmuskels ist gefährlich. Denn das Risiko für Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche steigt. Der Grund: Ein verdickter Herzmuskel benötigt mehr Sauerstoff. Das Herz ist jedoch gar nicht mehr in der Lage, dieser erhöhten Anforderung gerecht zu werden. Der verdickte Herzmuskel kann nicht mehr ausreichend mit Blut – und dadurch mit Sauerstoff – versorgt werden. Die Leistungsfähigkeit des Herzens sinkt immer mehr. Es kann so schlimm werden, dass Herzmuskelzellen absterben.

Die häufigste Ursache für eine Herzhypertrophie ist zu hoher Blutdruck. Bei hohem Blutdruck muss das Herz stärker arbeiten. Es braucht dazu mehr Muskelkraft. Um diese vermehrte Muskelkraft aufzubringen, passt sich der Herzmuskel der neuen Situation an. Die einzelnen Herzmuskelzellen vergrößern sich und dadurch wird der Herzmuskel dicker.

Andere Ursachen sind Herzklappenerkrankungen oder ein Herzinfarkt. Der Bereich des Herzens, der nicht von dem Infarkt betroffen war, muss jetzt mehr leisten. Dadurch kann sich der Herzmuskel verdicken.

Eine Sonderstellung nimmt das so genannte Sportlerherz ein. Das Herz von Leistungssportlern kann durch körperliches Training stark an Umfang zunehmen. In diesem Fall passt sich jedoch das Herzmuskelgewebe der höheren Belastung an, die der Sport mit sich bringt. Es kommt zu einer harmonischen Größenzunahme des gesamten Herzens. Da sich dadurch die Herzleistung verbessert, profitiert der Mensch hier von der Herzvergrößerung.

Der Arzt kann ein krankhaft verdicktes und vergrößertes Herz im Ultraschall eindeutig diagnostizieren. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. So muss ein zu hoher Blutdruck unbedingt mit Hilfe von Medikamenten richtig eingestellt werden. Der Herzmuskel wird wieder dünner, gelangt von allein zu seiner Ursprungsgröße. Ist eine Herzklappenerkrankung die Ursache, wird das Herz durch Medikamente entlastet. Auch eine Operation oder ein Kathetereingriff an der Herzklappe kommt in Frage.

Vorbeugen ist möglich: Der Blutdruck sollte regelmäßig beim Arzt kontrolliert werden. Ein zu hoher Blutdruck sollte konsequent gesenkt werden. Ist der Blutdruck schon längere Zeit nicht optimal eingestellt, lohnt ein Besuch beim Kardiologen, um den Zustand des Herzens zu ermitteln. Denn eine Herzhypertrophie macht nicht immer Beschwerden. So können gegebenenfalls rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Extra-Information

So funktioniert das Herz

Es schlägt 60 bis 80 Mal in der Minute, 100 000 Mal am Tag und erhält mit unermüdlicher Ausdauer unser Leben: das Herz. Das Herz hat die Aufgabe, durch wechselndes Zusammenziehen und Erschlaffen den Blutstrom in den Gefäßen in Bewegung zu halten. Dadurch werden den Organen wichtige Nährstoffe und Sauerstoff zugeführt. Das Herz pumpt beim Gesunden in Ruhe 6 Liter Blut pro Minute und unter Belastung 12 bis sogar 20 Liter pro Minute (z.B. bei Sportlern). Dies entspricht eine Tagesleistung von rund 15.000 Litern. Taktgeber des Herzens sind spezielle Herzmuskelzellen in der rechten Vorkammer (Sinusknoten).

1 Kommentar zu Krankhaft verdicktes Herz – was tun?

  1. Ich bin echt dankbar, dass ich diesen Beitrag zum Thema krankhaft verdicktes Herz gefunden habe. Mit meiner Nachbarin habe ich mich schon viel darüber unterhalten. Sie ist besorgt, dass sie ein Problem mit ihrer Herzklappe haben könnte. Ich denke, den Beitrag werde ich ihr mal schicken.

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