Lungenemphysem – was tun?

Die Lunge versorgt den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die Lungenbläschen. Die Luft strömt über die Luftröhre in die Lunge und wird durch die Bronchien in die Lungenbläschen gesogen. Hier findet dann der Gasaustausch statt: Der Sauerstoff gelangt in die Blutgefäße der Lunge und über den Blutkreislauf zu Organen und Geweben. Gleichzeitig wird aber auch das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid wieder in die Lungenbläschen abgegeben, so dass es abgeatmet werden kann.

ein Lungenemphysem verursacht schon bei leichter Belastung Atemnot schon bei leichter Belastung kann es zu Atemnot kommen

Können die Lungenbläschen diese Aufgabe nicht mehr optimal ausüben, kann das für den Betroffenen sehr unangenehm werden: Atemnot – zunächst nur bei starker Anstrengung, später schon bei leichter Belastung. Meistens entwickelt sich ein Lungenemphysem parallel zu einer chronischen Bronchitis. Daher kommt es neben der Atemnot auch zu Husten und Auswurf. Das gemeinsame Auftreten von Lungenemphysem und chronischer Bronchitis ist die sogen. COPD.

Vor allem Rauchen schädigt die Lungenbläschen. Im Zigarettenrauch sind über 1000 Substanzen, die das Lungengewebe nach und nach zerstören. Die Lungenoberfläche, die insgesamt für den Gasaustausch und die Blutgefäße in der Lunge zur Verfügung steht, wird immer kleiner. Ein Lungenemphysem entsteht. Bildlich gesprochen: Würde man die Lungenbläschen eines gesunden Menschen auswalzen, hätten sie die Größe eines Tennisfeldes. Bei Rauchern wird daraus schnell die Hälfte.

Betroffen sind außer Rauchern auch Menschen, die beruflich einer vermehrten Schadstoffbelastung in der Luft ausgesetzt sind. Dazu zählen zum Beispiel Bergleute. Außerdem gibt es noch eine angeborene Variante des Lungenemphysems. Diesen Menschen fehlt ein bestimmtes Schutzenzym der Lunge (Alpha-1-Antitrypsinmangel).

Das Problem: Lungenbläschen, die zerstört sind, können nicht mehr zum Leben erweckt werden. Das zerstörte Lungengewebe kann nicht zurück gewonnen werden. Ziel der Behandlung ist immer, ein weiteres Fortschreiten der Zerstörung zu verhindern. Es gibt aber noch ein weiteres Problem beim Lungenemphysem: Die Lungenüberblähung. Es bleibt am Ende der Ausatmung immer mehr Luft in der Lunge zurück. Die Lunge ist wie aufgeblasen aber ausgehölt. Dadurch reduziert sich die Menge an Luft, die eingeatmet werden kann.

Die Behandlung erfolgt meistens mehrgleisig:

Raucher müssen sofort mit dem Rauchen aufhören. Weitere mögliche Auslöser sind zu beseitigen.

In ausgeprägten Fällen ist die kontrollierte Gabe von Sauerstoff sinnvoll (Sauerstofftherapie)

Liegt ein Alpha-1-Antitrypsinmangel vor, kann dem Patienten das fehlende Enzym intravenös verabreicht werden.

Medikamente zur Inhalation können die Bronchien erweitern und dadurch die Lungenüberblähung reduzieren.

In ausgewählten Fällen können Ventile oder sogen. Coils in die Lunge implantiert werden, um die Überblähung zu vermindern. Auch durch eine Operation kann besonders stark zerstörtes Lungengewebe entfernt und dadurch die aufgeblähte Lunge verkleinert werden.

Regelmäßige Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung der Organe. Außerdem werden mehr Entzündungsstoffe abgebaut.

Gesunde Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und stärkt die Abwehrkräfte.

Neben der Behandlung des Lungenemphysems müssen häufige Begleiterkrankungen therapiert werden, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

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