Morbus Paget – die oft unerkannte Knochenkrankheit

Osteoporose kennt inzwischen fast jeder. Doch die Krankheit Morbus Paget ist für viele Menschen noch ein Fremdwort, obwohl sie die zweithäufigste krankhafte Veränderung im Knochenstoffwechsel ist. Bis zu drei Prozent der Bundesbürger sind betroffen.

Knochenschmerzen könne durch Morbus Paget verursacht werden typische Symptome sind Knochenschmerzen und Verformung der Knochen

Die Krankheit wurde benannt nach dem britischen Chirurg und Pathologen Sir James Paget, der die Erkrankung 1877 entdeckte. Morbus Paget tritt in der Regel nicht vor dem 40. Lebensjahr auf.

Typische Symptome sind Knochenschmerzen und sogar Verformungen der Knochen. Betroffen sind vor allem die großen Knochen in den Beinen oder im Becken, die Lendenwirbel sowie der Kopf. Es können zum Beispiel O-Beine entstehen. Der Knochen wird anfällig, das Risiko für Knochenbrüche steigt. Sogar der Schädel kann sich verformen. Der Umfang des Kopfes kann größer werden. Bei vielen Betroffenen bestehen aber keine oder kaum Beschwerden, sodass die Diagnose oft zufällig bei einer aus anderem Grund durchgeführten Untersuchung gestellt wird.

Die Ursachen der Krankheit sind immer noch nicht genau geklärt. Erbanlagen scheinen eine große Rolle zu spielen, da die Krankheit in einigen Familien gehäuft auftritt. Auch eine Virusinfektion kommt in Frage.

Fest steht aber, wie es zu den typischen Knochenverformungen kommt. Normalerweise erneuern sich die Knochen ständig. Altes Knochenmaterial wird abgebaut und durch neue Knochensubstanz ersetzt. Dieser Auf- und Abbau des Knochens steht normalerweise im Gleichgewicht. Bei Morbus Paget ist das Gleichgewicht gestört: Das Knochenmaterial wird zu schnell abgebaut und auch zu schnell wieder gebildet. Der Knochen hat dadurch keine Zeit, sich vollständig zu bilden, wichtige Mineralstoffe können sich nicht einlagern. Folge: Die Knochen werden instabil.

Die Krankheit kann mit Hilfe von Röntgenaufnahmen nachgewiesen werden. Auch das Blut wird untersucht. Denn bei Morbus Paget ist der Wert eines Enzyms erhöht, das von den Knochenzellen gebildet wird.

Morbus Paget sollte unbedingt behandelt werden. Denn durch die verformten Gelenke werden die angrenzenden Gelenke völlig fehl belastet. Eine Arthrose entsteht.

Zur Schmerzlinderung helfen Schmerz- und entzündungshemmende Mittel. Damit der Knochenabbau nicht weiter fortschreitet, werden so genannte Bisphosphonate verschrieben. Krankengymnastik hilft, die Belastung der Knochen auszugleichen. Gelegentlich werden Operationen durchgeführt, um die Knochen wieder zu begradigen und dadurch Schmerzen zu lindern. Auch die Ernährung ist wichtig. Die Knochen brauchen vor allem Kalzium (Milch) und Vitamin D.

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