Schnelle Hilfe bei Mundfisteln

Ein kleiner mit Eiter gefüllter Pickel ist im Mund zu sehen. Das Gewebe über dem Entzündungsherd ist gerötet und geschwollen. Der Schmerz strahlt bis in die Umgebung aus. Typisch ist auch ein wiederkehrendes Druckgefühl. In Deutschland leiden ungefähr zwei bis zehn Prozent der Menschen unter Mundfisteln.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Das, was der Betroffene außen an der Haut sieht und spürt, ist nur die Öffnung der Fistel. Denn die Fistel selbst liegt tiefer in der Haut. Es handelt sich bei der Fistel um eine röhrenförmige Verbindung, eine Art künstlich geschaffener Schlauch, um Eiter aus einem inneren Entzündungsbereich nach außen zu transportieren.

Fisteln können sich überall im Körper bilden – in Hartgeweben wie in Knochen oder in Weichgeweben wie in Muskeln oder inneren Organen. Am häufigsten sind sie jedoch im Bereich von Mund und Zahnfleisch anzutreffen.

Mögliche Ursache für Mundfisteln kann entzündetes Zahnfleisch, also eine Parodontitis oder eine Zahnwurzelentzündung sein. In beiden Fällen sind Keime in das Zahnfleisch beziehungsweise in den Zahn eingedrungen. Der Körper versucht, die Entzündung allein zu bekämpfen, schafft es aber nicht. Wird der Zahn, das Zahnfleisch oder die Zahnwurzel nicht rechtzeitig behandelt, breitet sich die Entzündung weiter aus. Es bildet sich Eiter. Der Körper versucht dieses „Eiternest“ (Abzess) zu entleeren. Dabei wird das Gewebe, welches nach außen den Eiterherd begrenzt, zerstört. Eine Eiterstraße (Fistel) zur Mundhöhle entsteht.

Entweicht der Eiter schließlich, spürt der Patient oft eine Erleichterung. Druck und Schmerzen lassen nach. Der Nachteil: Der Patient fühlt sich plötzlich geheilt, geht in solchem Moment nicht zum Zahnarzt. Die eigentliche Ursache – der marode Zahn oder das entzündete Zahnfleisch – ist aber gar nicht behoben. Im schlimmsten Fall geht nicht nur der Zahn völlig zugrunde, sondern auch der umliegende Knochen oder wird angegriffen. Chronisch fistelnde Entzündungen führen auch zu einer Keimbelastung des gesamten Körpers.

Entdeckt der Patient eine rote eitrige Stelle im Mund, sollte er sich sofort um einen Termin beim Zahnarzt kümmern. Der Zahnarzt kann die Zahnfleischentzündung behandeln, die Wurzelspitze kappen oder den toten Zahn ziehen. Damit verschwindet auch der Eiterherd und die Fistel.

Vorbeugen ist möglich: Eine gute Mundhygiene verhindert, dass sich Bakterien an den Zähnen festsetzen. Wichtig ist auch eine regelmäßige Kontrolle der Zähne beim Zahnarzt. Rauchen oder ein geschwächtes Immunsystem begünstigen das Eindringen von Keimen. Daher möglichst auf das Rauchen verzichten und Grunderkrankungen optimal behandeln.

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