Netzhautablösung – ohne Behandlung droht eine Erblindung

Plötzlich sieht man Blitze, Flusen oder fliegende Mücken – obwohl in der Realität nichts davon vorhanden ist. Auch ein Rußregen, also sich bewegende schwarze Punkte können im Gesichtsfeld auftauchen. Dies alles sind typische Symptome bei einer beginnenden Netzhautablösung.

Betroffene sehen plötzlich Dinge, die in der Realität nicht da sind

Die Netzhaut kleidet das Auge wie eine Tapete von innen aus. Durch angeborene Schwachpunkte des Gewebes und Alterserscheinungen können Risse und Löcher in der Netzhaut entstehen. Augenflüssigkeit kann durch diese hinter die Netzhaut laufen und sie dadurch von der Wand abheben. Es kommt zu einer Netzhautablösung. Kurzsichtige Menschen sind besonders betroffen. Der Grund: Ihr Augapfel ist zu lang. Dadurch wird die Netzhaut gedehnt und kann leichter einreißen.

Eine Netzhautablösung wird schlimmer, wenn man nichts dagegen unternimmt. Schreitet diese voran, entsteht ein Schatten im Gesichtsfeld, der bis in die Mitte reichen kann. Dann ist das zentrale Sehen beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kann der Patient erblinden.

Risse und Löcher in der Netzhaut können heute sehr gut mit dem Laser behandelt werden. Dabei wird das erkrankte Gebiet mit Laserherden umstellt beziehungsweise „zugetackert“. Es bildet sich eine Narbe, die die Netzhaut mit ihrer Unterlage fest verbindet.

Ist es bereits zu einer Netzhautablösung gekommen, gibt es zwei mögliche Operationsverfahren:

  1. Auf der äußeren Hülle des Auges, der Lederhaut, wird ein winziger Silikonschwamm befestigt und die Flüssigkeit unter der Netzhaut entfernt, so dass sich Netzhaut und Augenwand wieder aneinander legen können. Letztendlich wird dabei die äußere Wand der abgelösten Netzhaut „entgegengebeult“, deswegen spricht man auch von „Buckelchirurgie“.
  2. Der Glaskörper, der das Auge ausfüllt und der prozentual fast nur aus Wasser besteht, wird entfernt (Vitrektomie). Stattdessen wird ein spezielles Luft – Gas – Gemisch ins Auge gepumpt. Damit wird das Loch in der Netzhaut verschlossen und sie legt sich wieder an.

Wer Blitze oder Flusen sieht, sollte möglichst rasch zum Augenarzt gehen. Dieser wird die Ursache für die Sehstörungen schnell finden.

 

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