neue Osteoporose – Therapie

Der Dachverband Osteologie hat neue Leitlinien zur Behandlung der Osteoporose herausgegeben und kritisiert, dass immer noch nicht alle Patienten richtig behandelt werden. Dies soll sich nun ändern.

Sport hat eine große Bedeutung für die Behandlung und Vorbeugung von Osteoporose

In den neuen Leitlinien sind Diagnostik und Therapie der Osteoporose verbessert worden. Die Krankheit kann in Zukunft noch besser erkannt und damit frühzeitiger und effektiver behandelt werden. Von den neuen Leitlinien profitieren sehr viele Patienten.

Neu ist:

  • Der Kreis der Patienten, bei denen eine Knochendichtemessung durchgeführt werden sollte, ist jetzt erweitert worden. Früher wurde diese Untersuchung vor allem bei Patienten durchgeführt, die einen Wirbelbruch oder eine Schenkelhalsfraktur erlitten hatten. Jetzt wird sie auch für Menschen empfohlen, die mehrere periphere Frakturen hatten, zum Beispiel am Handgelenk oder Unterarm.
  • Die Herzinsuffizienz zählt neuerdings als Risikofaktor für die Entstehung einer Osteoporose. Studien haben gezeigt, dass die Betroffenen unabhängig von der Knochendichte ein höheres Risiko haben osteoporotische Frakturen zu erleiden, möglicherweise aufgrund genetischer Disposition. Patienten mit Herzinsuffizienz haben jetzt einen Anspruch darauf, genauer auf Osteoporose untersucht zu werden und gegebenenfalls Medikamente zur Frakturrisikoreduktion zu erhalten. So genannte Bisphosphonate hemmen effektiv den Knochenabbau.
  • Die Bedeutung von Sport für die Behandlung der Osteoporose ist gestärkt worden. Kraft- und Muskeltraining wird jetzt auch für ältere und gebrechliche Menschen empfohlen – natürlich risikobewusst dem individuellen Gesundheitszustand angepasst. Früher dachte man, dies sei zu gefährlich für diese Personengruppe. Dies ist aber nicht der Fall. Bewegung ist immer gut.
  • Es wird ab sofort kurzfristiger überlegt und gehandelt. Die Indikation zur spezifischen Osteoporosetherapie wird nicht mehr anhand des 10-Jahresfrakturrisiko gestellt sondern anhand des 1 Jahresfrakturrisko bewertet. Konkret bedeutet das: Sind die Werte des Patienten bei der Knochendichtemessung im Grenzbereich zur Osteoporose, kann in Abhängigkeit der Art und Anzahl von klinischen Risikofaktoren, genauer eingeschätzt werden, wie hoch das individuelle Fraktur-Risiko in den nächsten Monaten und Jahren ist. Gegebenenfalls wird dann unter Würdigung der Risikofaktoren frühzeitig eine Therapie begonnen. Diese frühe Behandlung zielt auf bessere Ergebnisse. Zuvor hat man das langfristige Risiko für die nächsten zehn Jahre bestimmt. Es gibt aber Personen, zum Beispiel Diabetiker oder Patienten die mit Kortison therapiert werden, bei denen sich die Situation zeitnah ändern kann. Diese verloren wertvolle Zeit für die Behandlung.
  • Die Abstände zwischen Knochendichtemessungen können – in Abhängigkeit vom Gesamtrisiko verkürzt werden. Beispiel: Bei einem Wert unter -1,5 kann jedes Jahr eine Verlaufskontrolle durchgeführt werden (früher alle 2 Jahre)
  • Es gibt keine durch Frakturdaten validierten individuellen Entscheidungskriterien für die Wiederaufnahme einer Therapie nach Pausierung oder weiteren Therapieverzicht. Daher ist bei hohem persitierendem Frakturrisiko eine Dauertherapie unter Abwägung und regelmäßiger Prüfung von Nutzen und Risiken prinzipiell möglich, ebenso wie die bisher häufig praktizierte Option einer Therapiepause nach drei bis fünf Jahren.

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