Nierenbeckenentzündung ist gefährlich

Rückenschmerzen in der Nierengegend, Fieber, Müdigkeit, Erschöpfung sowie häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen – typische Symptome bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Die Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Infektion des Nierengewebes und des Nierenbeckens. Sie kann akut oder chronisch verlaufen. Akute Infektionen treten bei Frauen etwa 100mal häufiger auf als bei Männern.

Auch beim Schwimmen sollte man darauf achten, dass der Beckenbereich nicht unterkühlt

Oft entwickelt sich die Nierenbeckenentzündung aus einer Blasenentzündung. Frauen sind deswegen so häufig von einer akuten Nierenbeckenentzündung betroffen, weil ihre Harnröhre sehr kurz ist. So können Bakterien leicht über die Blase hinauf in die Niere wandern.

Normalerweise befinden sich im Harntrakt keine Bakterien. Es gibt aber einige Risikofaktoren. Dazu zählen vor allem Harnabflussstörungen aufgrund von Nierensteinen, Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Diabetes, ein schwaches Immunsystem, Tumore oder beim Mann eine Vergrößerung der Prostata. Möglich sind auch Fehlbildungen im Bereich des Harntraktes. Diese führen zu einem Urinstau. Dadurch können die Keime leichter in die Niere aufsteigen. Schwangerschaft und sexuelle Aktivität zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Eine Nierenbeckenentzündung muss unbedingt baldmöglichst behandelt werden. Sonst können sich die Keime im ganzen Körper ausbreiten. Eine lebensbedrohliche Blutvergiftung wäre die Folge. Unbehandelt kann eine Nierenbeckenentzündung chronisch werden. Es kommt zu Eiteransammlungen (Abszesse) im Nierenbereich. Im schlimmsten Fall droht ein Nierenversagen.

Bei den ersten Krankheitsanzeichen sollte man zum Arzt gehen. Der Urologe wird eine Blut- und Urinuntersuchung durchführen. Per Ultraschall schaut er sich die Nieren und ableitenden Harnwege an. In manchen Fällen ist zur Klärung der Ursache auch eine Röntgenuntersuchung oder sogar eine Harnblasenspiegelung notwendig.

Steht die Diagnose fest, verschreibt der Arzt gegen die Entzündung ein Antibiotikum. Dieses tötet Bakterien ab. Zusätzlich sollte der Patient auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mindestens zwei Liter), damit die Bakterien ausgeschwemmt werden. Gelegentlich ist auch ein stationärer Aufenthalt mit Bettruhe notwendig – und zwar, wenn der Patient bereits extrem geschwächt ist.

 Vorbeugen ist möglich:

  • Viel Trinken. Am besten zwei Liter am Tag. So können eventuelle Keime immer gleich hinausgespült werden.
  • Frauen sollten keine Intimsprays oder parfümierten Seifen im Genitalbereich verwenden. Denn dadurch verändert sich das Hautmilieu im Intimbereich und man wird anfälliger für Krankheiten.
  • Gerade im Winterhalbjahr darauf achten, dass der Beckenbereich nicht unterkühlt.

 

 

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