Oberschenkelhalsbruch – Verletzung mit gefährlichen Folgen

Einer der häufigsten Brüche bei älteren Menschen ist der Oberschenkelhalsbruch. Besonders gefährdet sind Osteoporose-Patienten, denn der Knochenschwund erhöht die Bruchgefahr deutlich. Rund 100 000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Oberschenkelhalsbruch, die meisten sind älter als 65 Jahre. Eine der Hauptursachen: Schwindel. Durch den Schwindel werden Treppenstufen oder Teppiche plötzlich zur Gefahr. Man fällt. Da die Knochenmasse bei Senioren immer mehr abnimmt, kann es leichter zum Knochenbruch kommen.

Zu langes Ausruhen nach einem Oberschenkelhalsbruch verschlimmert dessen Folgen

Das Problem: Der Schwindel kann wiederum mehrere Ursachen haben. Viele ältere Menschen leiden unter einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Vor allem Menschen, die rauchen, wenig Sport treiben und Übergewicht haben, schädigen ihre Blutgefäße – und damit auch die des Gehirns.

Schwindel ist häufig auch eine Nebenwirkung der Medikamenteneinnahme. Im hohen Alter werden oft mehrere Medikamente gleichzeitig genommen. Manchmal passen diese aber nicht zusammen und es können zum Beispiel Sehstörungen, Blutdruckveränderungen oder Muskelstörungen auftreten. Eine Untersuchung zeigte kürzlich, dass sich bei Patienten über 60 Jahren das Sturzrisiko erhöht, wenn sie mit mehr als drei oder vier Medikamenten gleichzeitig behandelt werden. Besonders Psychopharmaka und Herz-Kreislauf-Medikamente bergen eine Schwindel-Gefahr – vor allem, wenn sie sehr hoch dosiert sind.

Daher gilt als erste Maßnahme bei Schwindel: Mit einem Arzt alle Medikamente durchgehen, die man regelmäßig einnimmt und gegebenenfalls die Dosis verringern oder gar auf ein anderes Produkt wechseln.

Ebenfalls wichtig zur Vorbeugung: Nicht rauchen, sich gesund ernähren und altersgerechten Sport treiben, zum Beispiel schwimmen oder spazieren gehen. Patienten mit Osteoporose sollten Vitamin D einnehmen. Reicht dies nicht aus, werden zusätzlich meist Bisphosphonate verschrieben. Sie lagern sich auf der Oberfläche des Knochens ab und hemmen dort den Knochenabbau.

In der Wohnung sollten gefährliche Stolpersteine wie dicke Teppiche mit Fransen ausgemerzt und Räume gut beleuchtet werden. Empfehlenswert sind außerdem rutschfeste Hausschuhe.

Ist der Oberschenkelhals gebrochen, muss operiert werden. Liegt die Bruchstelle in der Nähe des Hüftkopfes, wird meist ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Ist sie weiter vom Hüftkopf entfernt, kann sie meistens noch durch spezielle Schrauben, Nägel und Platten stabilisiert werden.

Durch moderne Operationsmethoden und verträgliche Materialien, können die Patienten in der Regel schon am nächsten Tag aufstehen und einige Gehversuche machen. In den folgenden Tagen steht Krankengymnastik auf dem Programm. Wichtig: Eine lange Bettlägerigkeit muss besonders bei älteren Menschen vermieden werden. Denn das baut nur noch mehr Muskel- und Knochenmasse ab. Außerdem erhöht sich das Risiko für lebensgefährliche Komplikationen wie Thrombose, Lungenentzündung oder -embolie.

Vor 30 Jahren war ein Oberschenkelhalsbruch für einen alten Menschen das Todesurteil. Kaum einer überlebte die Operation und den langen Krankenhausaufenthalt. Heute liegt die Sterblichkeit beim Oberschenkelhalsbruch bei nur fünf Prozent. Die meisten Menschen können anschließend noch viele Jahre munter leben.

 

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