Ödeme – ein Symptom, viele Ursachen

Das Bein schwillt an, wird immer dicker. Oft ist das Bein an der Stelle gerötet und verursacht auch Schmerzen. Es handelt sich um Ödeme, Wassereinlagerungen im Gewebe. Ödeme treten meist in den Beinen auf. Sie können aber auch in den Armen, im Gesicht oder gar am ganzen Körper zu finden sein. Frauen sind besonders von Schwellungen der Beine betroffen, da ihr Bindegewebe dehnungsfähiger ist.

Viel Bewegung kann den Ursachen von Ödemen vorbeugen

Die Ursache für die Wasseransammlungen im Gewebe ist, dass zuviel Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem austritt. Normalerweise fließt genauso viel Flüssigkeit ins Gewebe hinein und dann wieder hinaus. Pro Tag gelangen so rund 20 Liter Flüssigkeit durch die Gefäßwände in das umgebende Gewebe. Bei Ödemen ist dieses Verhältnis gestört. So bleibt mehr Flüssigkeit im Gewebe zurück.

Ödeme können verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten sind:

Herzinsuffizienz

Bei einer Herzschwäche wird das Blut schlecht aus den Beinen zurück zum Herzen transportiert. Typisch bei Herzinsuffizienz: Beide Beine sind von Ödemen betroffen.

 Nierenschwäche

Die Niere filtert das Blut in zu kleinem Rahmen. Durch Elektrolytverschiebungen kommt es zu Ödemen. Oft sind auch die Augenlieder angeschwollen.

Venenleiden

Meistens liegt eine Venenklappenstörung zugrunde. Die Klappe öffnet sich, damit Blut entgegen der Schwerkraft zum Herzen fließt. Dann schließt sie sich wieder. Funktioniert dieser Mechanismus nicht, staut sich Blut in den Beinen. Oft ist nur ein Bein erkrankt.

 Venenthrombose

Hier ist durch ein Gerinnsel (Thrombus) in den Arm- oder Beinvenen der Rückfluss des Blutes zum Herzen behindert. Durch die Verengung im Blutgefäß baut sich ein höherer Druck auf. Dadurch wird Flüssigkeit aus den Gefäßen abgepresst. Die betroffene Gliedmaße schwillt an.

Allergie

Bei allergischen Reaktionen kann es zu Schwellungen am gesamten Körper kommen. Der Flüssigkeitsaustausch in der Zelle ist gestört. Es tritt mehr Wasser aus als soll.

Angioödem

Bei der Krankheit fehlt ein Eiweiß im Körper, der C1-Esterase-Inhibitor. Dadurch werden die Zellwände durchlässiger. Es sammelt sich Wasser im Gewebe. Schwellungen entstehen, vor allem in den Schleimhäuten (Gesicht und Mund). Die Krankheit ist entweder angeboren oder wird durch eine Allergie verursacht z. B durch Medikamente (insbesondere ACE-Hemmer).

Bei Ödemen sollte man immer zum Arzt gehen. Zur Behandlung muss der Arzt nach der zugrunde liegenden Erkrankung fahnden. Liegt zum Beispiel eine Herz- oder Nierenschwäche vor, werden Medikamente zur Entwässerung (Diuretika) verschrieben, um die Flüssigkeit aus dem Gewebe auszuschwemmen.

Bei Venenleiden helfen Kompressionsstrümpfe. Außerdem sollte man langes Stehen und Sitzen vermeiden. Besser: oft laufen. Das regt die Blutzirkulation an.

 

 

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