Polyneuropathie

Häufig beginnt es mit einem Kribbeln in den Zehen, so als würden Ameisen darauf laufen. Dazu kommt, dass sich die Füße taub anfühlen. Kälte oder Wärme spürt man kaum noch. Später entstehen Schmerzen in den Beinen. All das sind Symptome für die Polyneuropathie, eine Erkrankung des Nervensystems.

Alkoholkonsum ist ein wichtiger Risikofaktor

Für die Betroffenen wird das Leben zur Qual. Nachts können viele Patienten nicht mehr schlafen, weil sie ständig das Kribbeln oder die Schmerzen spüren. Polyneuropathie kann auch gefährlich werden. Zum Beispiel nehmen die Patienten häufig nicht wahr, wenn sie barfuß auf einen spitzen Ast treten. Die Patienten spüren auch ein Steinchen im Schuh nicht mehr, das jeder andere sofort entfernen würde. Unbemerkte Verletzungen oder Druckstellen können sich entwickeln.

Das Kribbeln und die Schmerzen sind Fehlmeldungen, die von kranken Nervenfasern irrtümlich abgegeben werden. Diese Nervenfasern senden eine Information an das Rückenmark oder an das Gehirn über eine äußere Reizung, die in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden hat. Die Ursachen für die Erkrankung der Nervenbahnen sind vielfältig. Die wichtigste ist die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus. Der Zucker schädigt die Nervenzellen. Zweithäufigste Ursache ist starker Alkoholkonsum.

Außerdem können verschiedenste Medikamente, darunter viele Chemotherapeutika, Nervenschädigungen verursachen. Die Substanzen, die Krebszellen zerstören sollen, schaden auch anderen Zellen. Eine Infektion oder Autoimmun-Krankheit kann ebenfalls für das Leiden verantwortlich sein.

Der Neurologe prüft, welche Nerven geschädigt sind. Bei der Untersuchung mit dem Reflexhammer muss der Patient angeben, wie stark er die Schwingungen spürt. Auch das Temperatur- und Schmerzempfinden wird getestet.

Bei der Behandlung geht es zunächst darum, die Ursache des Nervenleidens zu beseitigen. Bei Diabetes muss der Patient seine Blutzuckerwerte in den Griff bekommen. Auf Alkohol muss verzichtet werden. Sind Medikamente die Ursache, sollte über einen Wechsel des Mittels nachgedacht werden.

Die Symptome selbst können auch behandelt werden. Dafür gibt es gute Medikamente. Besonders erfolgreich werden bestimmte Antidepressiva eingesetzt, in jüngster Zeit auch Antiepileptika. Antidepressiva wirken im zentralen Nervensystem nicht nur gegen Depressionen, sondern auch gegen Schmerzen. Antiepileptika können ungewollte Entladungen von Nervenzellen, die zu Schmerzen führen, dämpfen. Gut verträglich sind neue Medikamente mit dem Wirkstoff Pregabalin.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*