Trotz Dialyse gut leben

Funktionieren die Nieren nicht mehr, kann das lebensgefährlich werden. Denn die Nieren – als Paar angelegt - erfüllen im Körper wichtige Aufgaben. Sie filtern Schadstoffe aus dem Körper und produzieren damit den Harn, der über die Blase ausgeschieden wird. Außerdem regeln sie den Wasserhaushalt des Körpers und produzieren körpereigene Hormone.

Patienten, die die Bauchfelldialyse bevorzugen, können mit dem Schlauch im Bauch sogar schwimmen gehen

Es gibt bei Nierenversagen zwei Möglichkeiten: Zum einen die Nierentransplantation. Doch Spenderorgane sind knapp. Zum anderen die künstliche Blutwäsche, medizinisch Dialyse genannt. Oft wird die Dialyse gemacht, um die Zeit bis zu einer möglichen Transplantation zu überbrücken. Denn die Patienten müssen in der Regel mehrere Jahre auf eine passende Niere warten.

Die Dialysebehandlung kann auf zwei Arten durchgeführt werden. Als Blutwäsche (Hämodialyse) oder als Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Für die Hämodialyse muss der Patient dreimal pro Woche in ein Dialysezentrum kommen – für jeweils vier Stunden. In dieser Zeit ist der Patient an einen Apparat angeschlossen, der das Blut von den Harngiften reinigt. Das Verfahren ist eine Belastung für die Patienten und schränkt sie in ihrem Alltag ein. Wir sind daher glücklich, dass es auch das andere Verfahren gibt, bei dem hohe Flexibilität gegeben ist.

Bei der Bauchfelldialyse kann der Patient die Blutwäsche zuhause durchführen. Er braucht nur noch einmal im Quartal zur Kontrolle ins Dialysezentrum zu kommen. Bei der Peritonealdialyse benutzt man das Bauchfell des Patienten als körpereigene Filterstation. Der Patient lässt eine Dialyselösung in die Bauchhöhle fließen. Diese nimmt die Schadstoffe des Körpers auf. Nach einigen Stunden lässt man die Flüssigkeit in einen Beutel abfließen. Die Spülflüssigkeit wird viermal am Tag gewechselt.

Der Nachteil des Verfahrens: Um die Flüssigkeit zu- und abführen zu können, hat der Patient einen Schlauch in der Bauchdecke. Dieser wird im Rahmen einer Operation eingepflanzt. Das Schlauchende schaut aus dem Bauch heraus, was einige als störend empfinden. Man kann es jedoch mit einem speziellen Pflaster zukleben und dann sogar schwimmen gehen.

Bei dem häuslichen Wechsel der Flüssigkeit, der rund 20 Minuten dauert, ist Hygiene das A und O. Der Patient muss die Hände desinfizieren, Latexhandschuhe und einen Mudschutz tragen.

Auch die Hämodialyse kann in Einzelfällen zuhause durchgeführt werden. Der Patient bekommt dafür die Apparatur gestellt. Außerdem wird ihm genau erklärt, wie er sich selbst eine Nadel legen kann, denn man braucht einen Zugang zum Blut. Das Erlernen ist nicht leicht, deshalb machen es nicht so viele. Wer es kann, ist jedoch extrem unabhängig.

1 Kommentar zu Trotz Dialyse gut leben

  1. Ein Bekannte darf einen Dialysetransport benutzen. Das trägt auch zu ihrer Lebensqualität bei. Bis eine Spenderniere gefunden ist werden sicher noch Jahre vergehen.

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