Vollimplantierbare Hörgeräte – für wen geeignet?

Entzündungen und Druckschmerzen treten bei herkömmlichen Hörgeräten häufiger auf. Teil- und vollimplantierbare Hörgeräten können für einige Patienten eine Alternative sein.

Falls herkömmliche Hörgeräte nicht ausreichen, können vollimplantierte Hörgeräte helfen. Vollimplantierte Hörgeräte sind oft eine gute Lösung. um die Umgebung wieder mit allen Sinnen wahrzunehmen.

19 Prozent der Erwachsenen leiden unter Hörproblemen. Das sind etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland. Rund zwei Millionen tragen ein Hörgerät.

Hörstörungen können verschiedene Ursachen haben. Oft ist es ein Fluch des Alters: Die Haarzellen im Innenohr verschleißen. Auch starker Lärm in Beruf oder Freizeit kann das Gehör schädigen. Hörstörungen können angeboren sein, wie eine Fehlfunktion der Gehörknöchelchenkette. Weitere Ursache sind Hörstürze.

Um am Alltag normal teilnehmen zu können, bekommen viele Patienten ein Hörgerät. Das bekannteste ist das Hinter-dem-Ohr-Gerät. Da sich ein Teil des Hörgerätes direkt in der Ohrmuschel und im Gehörgang befindet, kann es zu Druckstellen und Entzündungen kommen. Auch unangenehme Rückkopplungen und verstärkte Umgebungsgeräusche sind zum Teil möglich. Da sich der Verstärker hinter dem Ohr befindet, werden alle Geräusche aufgefangen, eben auch störende. Vorteil dieser traditionellen Geräte: Es gibt lange Erfahrungswerte und sie sind nicht teuer.

Um das Hörvermögen noch mehr zu verbessern, wurden neue Geräte entwickelt. Teilimplantierbare Hörgeräte bestehen aus zwei Komponenten, dem Audio Processor, der hinter dem Ohr im Haaransatz getragen wird und dem unter der Kopfhaut getragenem Implantat. Das Mikrofon empfängt die Schallinformation und überträgt sie an das Implantat. Vollimplantierte Systeme sind komplett im Körper. Sie besitzen entweder eine Batterie, die viele Jahre hält, oder einen Akku, der täglich aufgeladen wird.

Die Hörgeräte arbeiten unterschiedlich. Konventionelle Hörgeräte verstärken den Schall im Bereich des äußeren Ohres und senden ihn als akustisches Signal in den Gehörgang. Implantierbare Hörgeräte hingegen setzen das Schallsignal direkt in Vibrationen um, die unmittelbar auf die Gehörknöchelchen, den Schädelknochen oder die Innenohrflüssigkeit übertragen werden. Damit ist eine hochwertige Übertragung des Signals möglich.

Weiterer Vorteil der Vollimplantierbaren: Da sich alle Teile unter der Kopfhaut befinden, kann man jeden Sport ausüben, sogar schwimmen gehen.

Doch es gibt auch Nachteile: Es wird operiert, um das Gerät einzusetzen. Außerdem müssen später die Batterien ausgetauscht werden. Dafür ist ebenfalls ein kleiner Eingriff nötig – wenn auch nur in lokaler Betäubung. Die Kosten sind ebenfalls ein Negativ-Punkt. Zum Teil werden sogar bis 25 000 Euro bezahlt (inklusive Operation). Nur wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, zahlen die Krankenkassen. Zum Beispiel bei chronischer Gehörgangsentzündung.

Die implantierbaren Hörgeräte kommen in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn eine Hörverbesserung durch andere Methoden nicht möglich ist.

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