Wann braucht man einen Herzschrittmacher?

Je älter man wird, desto öfter kann das Herz aus dem Takt kommen. Mal gerät das Herz etwas ins Stocken, dann pocht es wieder wie verrückt. Kein Wunder, dass sich die Betroffenen fragen, ob sie bald einen Herzschrittmacher benötigen.

Bei Herzrythmus - Problemen ist ein Herzschrittmacher ein sinnvolles Mittel.

Ein Herzschrittmacher ist nötig, wenn die Patienten Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht oder Leistungsschwäche haben, die auf krankhaft langsame Herzschläge zurückzuführen sind. Das bedeutet: Bei länger dauerndem Absinken der Herzfrequenz unter 40 Schläge pro Minute (Bradykardie) oder Pausen über 5 Sekunden (Asystolie).

Wichtig: Es muss unbedingt die genaue Ursache für die Herzrhythmusstörung ermittelt werden. Denn es könnte sich auch um eine heilbare Krankheit handeln, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion. In diesem Fall kann man die Grunderkrankung beheben. Dann schlägt auch das Herz wieder richtig. In den übrigen Fällen sollte der Patient einen Herzschrittmacher erhalten. Um Klarheit zu bekommen, muss die Herzrhythmusstörung mit einem Elektrokardiogramm (EKG) festgehalten werden. Oft reicht bereits ein EKG in Ruhe aus, manchmal ist ein Langzeit-EKG über 24 Stunden notwendig.

Der Herzschrittmacher ist ein kleines Gerät, das elektrische Impulse abgibt, um das Herz zum Schlagen anzuregen. Das Gerät selbst enthält sowohl die Batterie als auch die elektronischen Schaltkreise. Die elektrischen Impulse werden über weiche Drähte oder Sonden in das Herz übertragen.

Es gibt sehr viele verschiedene Herzschrittmacher. Die modernen Herzschrittmacher sind winzig klein – so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und wiegen nur wenige Gramm. Sie haben die Fähigkeiten eines Mini-Computers. Die heutigen Geräte können sich auf den Kreislauf des Patienten perfekt einstellen. Sie messen andauernd die Herzfrequenz und geben ihre Impulse nur bei Bedarf ab.

Das Einsetzen eines Herzschrittmachers zählt mittlerweile zu den Routineeingriffen der Ärzte. Der Eingriff dauert meist weniger als eine Stunde. In der Regel wird eine Stelle unterhalb des Schlüsselbeins lokal betäubt und ein kleiner Hautschnitt vorgenommen. Durch eine Vene hindurch schiebt der Arzt die Elektrode in das Herz, wo sie im Vorhof oder in der Herzkammer verankert wird. Da Blutgefäße nicht schmerzempfindlich sind, braucht der Patient keine zusätzliche Betäubung für diesen Eingriff.

Der Arzt überwacht die richtige Positionierung der Elektrode im Herzen über einen Röntgenbildschirm. Nachdem die Elektrode auf ihre einwandfreie Funktion getestet wurde, schließt man sie an den Schrittmacher an. In einer kleinen „Tasche“ wird der Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Abschließend vernäht der Arzt diese Schnittstelle mit einigen Stichen.

Die Batterien halten in der Regel etwa zehn Jahre. Dann muss nur der Herzschrittmacher ausgewechselt werden, die Sonden verbleiben lebenslang im Patienten.

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